Euregio Bayerischer Wald - Böhmerwald - Unterer Inn

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EUREGIO-Gastschuljahr 2018/19 feierlich in Passau eröffnet

Die feierliche Eröffnung des 23. Gastschuljahres fand dieses Jahr in den wunderschönen historischen Räumlichkeiten des Auersperg-Gymnasiums Passau-Freudenhain statt, welche der Passauer Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton Graf von Auersperg im 18. Jahrhundert als Sommersitz erbauen lassen hat. Das Gymnasium hat bereits im Schuljahr 1997/1998 das erste Mal tschechische GastschülerInnen empfangen. Seitdem wurde es für insgesamt 44 GastschülerInnen zur Gastgeberschule und ist damit zu einem wichtigen und zuverlässigen Partner des Projekts geworden.

Im Rahmen der Eröffnung wurden die neuen 22 SchülerInnen aus Tschechien, die dieses Schuljahr an 10 verschiedenen niederbayerischen Gymnasien verbringen, von Herrn Schulleiter OStD Christian Zitzl und allen weiteren Rednern ganz herzlich begrüßt.  Der EUREGIO-Vorsitzende, Herr Landrat Sebastian Gruber, äußerte seine Freude darüber, dass sich diese Schüler dazu entschieden haben, in die Zukunft der EU und die gute Nachbarschaft zwischen Deutschland und Tschechien zu investieren. Sie würden dadurch Brücken zwischen Bayern und Tschechien schlagen. Er beendete sein Grußwort zuversichtlich mit den Worten: „Wir hoffen weiterhin auf die freundliche Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei und des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und auf die Fortsetzung der wunderbaren Zusammenarbeit mit allen Schulen“.

Extra für die Veranstaltung angereist war auch die Generalkonsulin der Tschechischen Republik in München, Frau Kristina Larischová, die das Gastschuljahr für ein beispielhaftes Projekt hält und es deshalb langfristig auch im Rahmen ihrer Funktion als Co-Vorsitzende des Verwaltungsrates des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt. Auch die Vertreter des Landkreises und der Stadt Passau haben sich zu diesem besonderen Anlass eingefunden. Dr. Bernhard Forster, Referent für Kultur, Schulen und Sport der Stadt Passau, betonte, dass das Projekt heutzutage ebenso wichtig sei wie vor 23 Jahren. Es trage dazu bei, die entstehenden gedanklichen Mauern innerhalb Europas nicht weiter wachsen zu lassen. Auch der stellvertretende Landrat Klaus Jeggle betrachtet das Gastschuljahr als aktives Friedensprojekt, das in junge Menschen investiert und damit einen erheblichen Beitrag zu einer friedlichen Zukunft Europas leistet. Alle Redner sprachen den teilnehmenden niederbayerischen und tschechischen Schulen ihren Dank aus, die bisher mehr als 500 tschechischen SchülerInnen sowie einigen deutschen SchülerInnen die Teilnahme an dem Programm ermöglichten. Auch der Einsatz der Gastfamilien sei unverzichtbar für das Gelingen des Projektes. Durch ihre Bereitschaft, die Jugendlichen in ihre Familien aufzunehmen, erhalten diese einen Einblick in ihren Alltag und die deutsche Kultur.

Vorgestellt wurden die 22 neuen GastschülerInnen von der Projektkoordinatorin Veronika Tůmová, die im Schuljahr 2002/2003 selbst das Auersperg-Gymnasium als Gastschülerin besucht hat. Die SchülerInnen haben sich besonders über das Deutsch-Bayerische Wörterbuch gefreut, das sie als ein kleines Geschenk für die kommenden Monate bekommen haben. Daran anschließend berichteten vier der GastschülerInnen von ihren Eindrücken aus den ersten vier Wochen in Deutschland.

Auch vier ehemalige Gastschüler, Magdalena Škaloudová, Adriana Koy, Lenka Kalová und Adam Kůs, sind zur Eröffnung gekommen, um ihre Erfahrungen mit ihren Nachfolgern zu teilen und diesen einige praktische Ratschläge für die Zeit in Deutschland mit auf den Weg zu geben. Alle vier profitieren bis heute sowohl beruflich als auch privat von ihrem Gastschuljahr. Lenka macht derzeit sogar ihren Master in BWL an der Universität in Passau. Sechs Jahre nach ihrem Aufenthalt in Deutschland unterstützt sie ihre Gastfamilie auch jetzt noch während des Studiums: „Ich weiß, dass sie immer ein offenes Ohr für mich haben und ihre Haustür für mich offen ist.“ Den neuen Gastschülern empfiehlt sie „offen zu sein, aus ihrer Komfortzone herauszukommen, neue Sachen auszuprobieren und bereit zu sein, sich an das neue Umfeld anzupassen“. Adam, dessen Schwester ihr Gastschuljahr gerade begonnen hat, rät seinen Nachfolgern: „Nutzt diese Möglichkeit und versucht Deutsch aufzusaugen“.

Zum Ende der Veranstaltung erinnerte Herr Roman Hajník, Lehrer des Gymnasiums Vimperk und an diesem Abend auch Dolmetscher, mit einem Lächeln im Gesicht an den Initiator und Koordinator des Projektes Dr. Dr. Rudolf Segl, der im Juni diesen Jahres leider verstorben ist. Herr Hajník ist an dem Projekt bereits seit seiner Entstehung beteiligt und mit Herrn Dr. Dr. Segl verband ihn eine aus der Zusammenarbeit entstandene, mehr als zwanzig Jahre andauernde Freundschaft. Herrn Dr. Dr. Segls herausragendes Engagement für das Projekt wird nie vergessen sein.

Feierlich eröffnet wurde das 23. EUREGIO-Gastschuljahr mit vielen Ehrengästen, u.a. mit Veronika Tůmová, GSJ-Projektkoordinatorin (v.r.), Sebastian Gruber, EUREGIO-Vorsitzendem, Kristina Larischová, Generalkonsulin der Tschechischen Republik in München, Michal Handschuh und Martina Horová, die Kollegen von Euregio Šumava, Klaus Jeggle, stv. Landrat, Landkreis Passau, Christian Zitzl, Schulleiter des Auersperg-Gymnasiums, Dr. Bernhard Forster, Referent für Kultur, Schulen und Sport der Stadt Passau, und Roman Hajník, Lehrer des Gymnasiums Vimperk.
Magdalena Škaloudová (v.l.), Lenka Kalová, Adam Kůs, Adriana Koy, ehemalige Gastschüler, teilten ihre Erfahrungen mit.



Tschechische Gastschüler auf den Spuren der bayerischen Geschichte

Landesaustellung im Kloster Ettal. Einen knappen Monat nach Schulbeginn haben sich die 22 tschechischen GastschülerInnen am 1. Oktober bei der ersten Lehrfahrt im 23. EUREGIO-Gastschuljahr 2018/19 getroffen. Begleitet wurde die Gruppe von der Projektkoordinatorin Veronika Tůmová, einigen Gasteltern sowie zwei Betreuungslehrerinnen. Ziel des Ausfluges war die Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern“ im Benediktinerkloster Ettal.

Nach ihrer Ankunft in Ettal stärkte sich die Gruppe erst einmal im Cafe-Restaurant Edelweiß, bevor sie die barocke Basilika besichtigte. Im Anschluss daran konnten sich die SchülerInnen im Rahmen der Ausstellung auf die Spuren der bayerischen Geschichte begeben und nachverfolgen, wie aus den bayerischen Alpen innerhalb von 1000 Jahren ein Kulturraum entstand. Dabei wurden die Besucher durch verschiedene Themenbereiche geführt. Beispielsweise erhielten die SchülerInnen Informationen zur Wald- und Forstwirtschaft in den bayerischen Alpen. Außerdem wurden sie mit traditionellen bayerischen Bräuchen sowie der typischen Landestracht bekannt gemacht. Des Weiteren konnten sie die Werke einiger Schriftsteller und Maler zum Thema Berge bewundern. Den Höhepunkt der Ausstellung bildete ein 13 Meter langer Einbaum, der im Starnberger See gefunden und noch nie zuvor öffentlich ausgestellt worden war. Beeindruckend war auch der Garten des Klosters mit Ausblick auf die Ammergauer Alpen. Dort war unter anderem eine 13 Meter hohe Schneekugel zu sehen, in der mithilfe einer Multimediaanimation gezeigt wurde, wie König Ludwig II. seine Schlösser entwarf. Nach dem Besuch der Ausstellung besichtigte die Gruppe noch das Schloss Linderhof, welches sich ebenfalls in Ettal befindet und als Lieblingsschloss des Märchenkönigs Ludwig II. gilt. Die dortige Führung stellte den krönenden Abschluss der Lehrfahrt dar. Trotz des unfreundlichen Wetters genossen alle Teilnehmer das Treffen und das gemeinsame Erkunden der Entwicklung der bayerischen Alpen vom Urwald zur Kulturlandschaft.

Vier der Gastschüler posieren mit typisch bayerischen Utensilien auf der Landesausstellung in Ettal.
Tschechische GastschülerInnen mit den Gasteltern und Betreuungslehrerinnen am Schloss Linderhof.